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Sonntag, 27. Juni 2021

Wo darf man in Österreich Jetski fahren?

Auf öffentlichen Gewässern war es bisher in Österreich nicht erlaubt, mit dem Jetski zu fahren. An einigen privaten Gewässern wurden allerdings die Möglichkeiten geschaffen, um dort mit Jetski zu fahren. 

In Pachfurth gibt es den Speedworld Actionpark.

In der Nähe von Pöchlarn gibt es einen Baggersee auf dem Gelände der Firma Lasselsberger.

Auf der Donau hat das damalige Verkehrsministerium 2019 unter Bundesminister Norbert Hofer eingeschränkte Möglichkeiten an drei Bereichen festgelegt, in welchen künftig auf der Donau Waterbikes genutzt werden können:

Strom-km 2152,00 bis 2149,90 (linkes Ufer bei Feldkirchen)

Strom-km 2085,500 bis 2084,00 (zwischen Insel Hochau und dem rechten Ufer bei Ardagger)

Strom-km 2108,500 bis 2014,300 (rechtes Ufer bei St.Pantaleon-Erla)

Für den Bereich um St.Pantaleon-Erla wurde die Errichtung der Jetski Strecke beantragt und die Verankerung von drei Bojen bewilligt. Sollte der Betrieb an dieser Stelle ermöglicht werden, ist davon auszugehen, dass auch an den anderen Stellen Anträge eingebracht werden. 



Freitag, 25. Juni 2021

Honorarfreie Pressefotos zum Download

Auf folgendem Link finden sie weitere honorarfreie Pressefotos zum Download. Die Fotos können für die Berichterstattung über die Jet-Ski-Strecke von Medien honorarfrei verwendet werden. 

Copyright: Wolfgang Simlinger


Seeadler (Haliaeetus albicilla) beim Überflug der Donau im Bereich der Überströmstrecke

Blick von der Überströmstrecke in Richtung Wallsee

Silberreiher 

Donauauen bei St.Pantaleon-Erla

Biberdamm am Donaubegleitgerinne

Eisvogel am Donaubegleitgerinne

Laubfrosch in den Donauauen bei Naarn

Zauneidechse in den Donauauen bei St.Pantaleon-Erla

Ringelnatter in den Donauauen bei St.Pantaleon-Erla

Seeadler (Haliaeetus albicilla)

Abendstimmung an der Donau im Bereich der geplanten Jet-Ski-Strecke

Abendstimmung an der Donau im Bereich der geplanten Jet-Ski-Strecke

Abendstimmung an der Donau im Bereich der geplanten Jet-Ski-Strecke

 



Pressekonferenz am 25.06.2021 beim Aussichtsturm

Heute Vormittag, 25.6.2021 wurden medienwirksam die gesammelten Unterschriften gegen die geplante RENN-JET-SKI-STRECKE auf der Donau übergeben.

Mit der von der Marktgemeinde Naarn und der Gemeinde St. Pantaleon-Erla initiierten Onlinepetition konnten bis dato 1348 Unterschrifteneinträge gesammelt werden. Gleichzeitig haben 728 Personen auf einer „herkömmlichen“ Unterschriftenliste unterschrieben. Eine weitere Onlinepetition zählt mittlerweile ca. 700 Einträge.

Mit der Übergabe dieser zahlreichen, in kürzester Zeit gesammelten Unterschriften hoffen die Gemeinden, das Unverständnis, dass in der Bevölkerung und bei all jenen Personen herrscht, welche die Naturbelassenheit dieser beiden Gemeinden als Besucher schätzen, zu unterstreichen.

Die Gemeinden erwarten, mit diesem gemeinsamen, gewaltigen „Aufschrei“ Gehör bei den Entscheidungsträgern dieser Genehmigungen zu erlangen. Leider haben die Gemeinden ihre vorhandenen Rechtsmittel bereits ausgeschöpft.

LÄRMGUTACHTEN WIRFT FRAGEN AUF

Durch die Schallübertragung auf der Donau wird eine massive „Verbreitung“ des Motorlärms befürchtet. Die offizielle Lärmmessung wurde bei einem 80 PS starken Motorbike auf einem Baggersee gemessen. Tatsächlich aber haben die zum Einsatz kommenden 2-Takt-Motorbikes eine Leistung von 200 PS und weit darüber. Auch der sogenannte „Wellenschlag“, also das Aufkommen der Bikes auf der Wasseroberfläche wurde nirgendwo berücksichtigt.

Eine von der Oö. Umweltanwaltschaft extern erstellte Stellungnahme spricht sich klar gegen dieses Projekt aus. Ein Juwel der Region, nämlich ca. 1000 Hektar zusammenhängendes Auwaldgebiet werde durch eine Randsportart zerstört.

Donnerstag, 24. Juni 2021

Lage der Jet-Ski-Strecke

 


Die ca. 1.200 m lange und 50-90 m breite (im Mittel 70 m) Anlage befindet sich am rechten Ufer der Donau zwischen Strom-km 2104,300 – 2105,500 innerhalb der Überströmstrecke, wobei bei Strom-km 2104,000 eine öffentliche Slipanlage vorhanden ist. 
Rechtsufrig befindet sich ein ca. 820ha grosses unbesiedeltes Augebiet, linksufrig ist das unbesiedelte Augebiet ca. 200 ha gross (je nachdem, was man noch zum Augebiet dazuzählt). 

Eine Zufahrt zur Anlage ist nur über den Donaudamm möglich (durch das Augebiet ist keine Zufahrt möglich), im Falle eines Unfalles brauchen Einsatzkräfte 30-45 Minuten, um zur Slipanlage zu gelangen. Der Handyempfang an dieser Stelle ist nicht besonders gut. 
 
Slipanlage bei Strom-km 2104

 
Schrankenanlage bei Strom-km 2104

Donnerstag, 17. Juni 2021

Wieviel Platz für Randsportarten?

Man stelle sich das einmal vor: auf dem Perger Hauptplatz soll eine Radball-Zone errichtet werden. Ein Verein bestehend aus 4 Mitgliedern (2 Mannschaften) hat hier durchgesetzt, dass hier eine Trainings und Wettbewerbszone auf öffentlichem Grund errichtet wird. Dem Vorhaben fallen 10 Parkplätze am Hauptplatz zum Opfer. Ich bin mir sicher: beim ersten Radball Training hagelt es Prügel für die Sportler, denn niemand kann verstehen, dass hier einer Randgruppe derart hohe Privilegien zuteil werden.

Ja, Radball gehört in Österreich zu den sogenannten "Randsportarten", genauso wie Synchronschwimmen, Lacrosse, Landhockey, Polo oder Croquet. Auch wenn viele von diesen Sportarten noch nie was gehört haben, so sind diese Teil der Sportlandschaft, haben ihre Berechtigung und tragen zur Vielfalt bei. Und sie haben auch ihre (wenn auch wenigen) Anhänger, die für ihren Sport ihre Freizeit und Geld opfern. Und sie gehen damit eigentlich niemandem auf die Nerven. Mir ist nicht bekannt, dass ein Radball-Verein, eine Gruppe Synchronschwimmerinnen oder ein Lacrosse-Club hier jemals öffentliche Flächen eingefordert hätte. Sie alle fanden offenbar mit den vorhandenen Möglichkeiten ihr Auslangen.

Auch Jetski/Waterbike gehört in Österreich zu diesen Randsportarten. In manchen Ländern, wie z.B. in den USA geniesst diese Sportart mehr Popularität, bei uns führt die Sache ein Schattendasein. Bis jetzt gab es in NÖ zwei private Plätze, wo die Sportart ausgeübt werden konnte: im Speedworld Actionpark in Pachfurth und auf dem Baggersee der Firma Lasselsberger bei Pöchlarn.

Das war den Wassersportlern offenbar nicht genug, also entschieden sie sich vor ca. 20 Jahren, eine Waterbike-Strecke auf der Donau zu beantragen. Das Vorhaben scheiterte immer wieder. Es wurden Anträge gestellt, geprüft, Gutachten eingeholt - und dann kam es zu einem Bürgerprotest.
Im Jahre 2008 wurden in Strengberg 3500 Unterschriften gegen eine dort geplante Jet-Ski- Strecke gesammelt. Es wurden Lärmgutachten erstellt, die Sache wurde schliesslich doch nicht bewilligt. 2019 kam es erneut zu einer Verhandlung. Diesmal wurde die Strecke in St.Pantaleon-Erla beantragt. Auch hier konnte das Verfahren in erster Instanz nicht abgeschlossen werden.

Über die Jahre wurden hier Steuergelder verbraten, denn so ein Antrag muss jedes Mal bearbeitet, begutachtet und verhandelt werden.

Und jedes Mal ist es eigentlich die gleiche Situation: einige wenige wollen das, was viele nicht wollen. Ein Gedanke, der gar nicht so in unser demokratisches Weltbild passen will. Die Errichtung der JetSki Strecken scheiterte immer daran, dass niemand den Lärm vor der Haustüre will, die Anrainer nicht, die Erholungssuchenden nicht, die Wirtschaftstreibenden nicht und die Natur schon gar nicht.

Da wäre uns vielleicht allen doch eine Radball-Zone lieber....da haben wir ausser ein paar schnaufenden Sportlern und dem Torjubel von ein paar Fans kaum Nebengeräusche....und Schadstoffe werden auch nicht ausgestossen....

Freitag, 4. Juni 2021

Jetski versus Natur

Die Überströmstrecke am Südufer der Donau bei St.Pantaleon kennen nicht viele. Wozu auch? Es führt keine öffentliche Strasse dort hin, es gibt dort keine Siedlungen, und kein Wirtshaus. Auch der Donauradweg führt dort nicht vorbei, da der Treppelweg nicht ausgebaut ist. Ab und zu begegnen einem dort ein paar Spaziergänger - sonst ist dort einfach nur Ruhe. 

Die Ruhe wird nur unterbrochen vom Plätschern des Wassers, von Vogelgezwitscher und vom Rufen der Frosche im nahegelegenen Augebiet. Der Donauaubschnitt bei St.Pantaleon zählt zu den wenigen Stellen an der Donau, wo sich gewisse Tiere noch ungestört aufhalten können und wo der Mensch zu jeder Tageszeit seine Ruhe findet. Mit dieser Ruhe soll bald Schluss sein: eine Jet-Ski-Trainingsstrecke ist dort geplant. Ja - richtig gelesen - diese Wassermopeds, die teilweise noch mit Zweitaktmotoren unterwegs sind- und die einen Mordslärm verursachen...

Eine Änderung in der Schifffahrtsanlagenverordnung im Jahr 2019 unter dem damaligen Verkehrsminister Norbert Hofer macht es möglich, dass auf der Donau zwischen St. Pantaleon-Erla und Naarn auf 1,2 Kilometern eine Waterbike-Zone entstehen kann.  Drei Bojen wurden auf einer Länge von 1,2km bewilligt. Damit ist dem Wassermopedspass Tür und Tor geöffnet. 

Ein Spass, der im Grunde von wenigen Leuten ausgeübt wird. Sieht man sich die Website des Club Wavesurf aus Asten an, so bemerkt man, dass es hier ausschließlich um die Gaudi geht. Der letzte Termineintrag auf der Website stammt aus dem Jahr 2011, die Anzahl der Mitglieder ist überschaubar, Bewerbe oder Events finden praktisch keine statt. Die ganze Geschichte hat offensichtlich rein hobbymässigen Charakter und ist weder sportlich noch wirtschaftlich bedeutend.

Sehr wohl bedeutsam ist die Geschichte für die Natur: denn sobald hier mal der Betrieb anläuft ist Schluss mit der Ruhe. Da hilft auch die Aussage der Clubvertreter nicht weiter: "Es wird nicht eskalieren". Denn ob es eskalieren wird, liegt nicht in der Hand der Jet-Ski-Fahrer. Auch wenn sie hier lustig ihre Runden drehen, und sich vielleicht an die Vorgaben halten, können sie es nicht verhindern, dass die Sache irgendwann zu einer Attraktion für Schaulustige wird. Wenn einmal die ersten Videos im Netz auftauchen und sich die Sache herumspricht, dann können solche Dinge schneller entgleiten, als es einem lieb ist. 

Seit 20 Jahren ist der Verein nun auf der Suche nach einer geeigneten Strecke - kein Wunder, denn niemand will den Lärm vor der Haustür haben. Also entschied man sich, den Lärm in die Natur zu exportieren. Dort werden maximal ein paar seltene Vögel gestört, was soll's, die sollen sich doch woanders ihren Horst bauen. Hauptsache ein paar Leute haben ihren Spass....

Sonntag, 15. Januar 2017

Seeadlersynchronzählung 2017

Am 15.01.2017 fand die jährliche Seeadlerzählung statt. Ein Großteil der Seeadler besucht unsere Gewässer als "Wintergäste", in den letzten Jahren fanden sich aber auch einige Seeadlerpaare in Österreich ein, um hier zu brüten. Derzeit zählt man 24 Brutpaare in Österreich, im letzten Jahr verließen 33 Jungvögel den Horst. Mit einer Flügelspannweite von 2,30m ist der österreichische Wappenvogel der größte Adler Europas und war nach seiner Ausrottung jahrzehntelang aus unseren Breiten verschwunden. In den letzten Jahren konnte man den Seeadler aber wieder vermehrt in Österreich beobachten. Die Augebiete entlang der March und Donau, aber auch das Gebiet um den Neusiedler See zählen zu den bevorzugten Brutgebieten.
Jedes jahr im Jänner beteiligen sich ca. 50 Vogelkundelr an der sogenannten Synchronzählung und besuchen Gebiete, in denen sich Seeadler bevorzugt aufhalten. Um Doppelzählungen zu vermeiden, werden Beobachtungsort, Beobachtungszeit, Flugrichtung und Altersklasse der Tiere notiert.
Das Comeback des Seeadlers ist vor allem dem Verbot von Umweltgiften wie DDT, aber auch dem Schutz der Brutplätze zu verdanken. Die Seeadler brauchen für die Brut absolute Ruhe, in den Monaten Februar bis April kann eine Störung am Horst zu einem Ausfall der Brut führen. Nach wie vor fallen aber Seeadler illegaler Verfolgung durch Abschuss und gezielten Gifteinsatz zum Opfer oder verenden qualvoll, wenn sie mit belihaltiger Jagdmunition erlegte Wildtiere fressen.

Bisher gab es drei Fälle in Österreich, in denen drei Jungvögel den Horst verließen.

Montag, 25. Mai 2015

Camping Au an der Donau

Gerade mal 11km war unsere heurige Pfingstreise. Wir hatten uns schon länger vorgenommen, einmal in einem Fass zu übernachten. Auf dem Campingplatz in Au an der Donau gibt es neben verschiedenen Campinghütten auch drei Fässer, die man sich mieten kann. Um 50,- Euro pro Nacht hat man hier eine wirklich urige Unterkunft in idyllischer Umgebung direkt am Wasser. Obwohl der Campingplatz in Au nicht weit ist, haben wir ihn bereits zum 2. Mal als Unterkunft ausgewählt. Es gibt in unmittelbarer Umgebung einen kleinen Hafen und auch einen Strand mit alten Weiden direkt an der Donau.

Auch ein Kinderspielplatz ist in der Nähe, hier sind allerdings einige Spielgeräte nicht mehr ganz so taufrisch. Am Montag war noch dazu grosses Kinderprogramm auf der Bühne mit Zaubershow, Schminken, Seilerei und diversen Hüpfburgen. 

 
Campingfass in Au an der Donau
Campinghütten direkt am Wasser
Kinderspielplatz
Schlauchomat
Kinderfest
Abendstimmung am Hafen
Abend an der Donau


Donnerstag, 27. März 2014

Flachwasserzonen an Amphibiengewässern

Wie vielleicht einige wissen, war ich in den letzten Jahren viel im Augebiet um St.Pantaleon/Erla unterwegs. Der Auwald liegt rechtsufrig der Donau, wenige Kilometer unterhalb der Ennsmündung. Es handelt sich hier um ein ca. 500ha grosses Augebiet, das von mehreren Wasserläufen durchzogen wird. Die grösseren Lacken (Biberlacke, Grünhaufenlacke, Weite Lacke) werden fischereiwirtschaftlich genutzt. Daneben gibt es aber genug kleinere Gewässer, die einen idealen Lebensraum für Amphibien darstellen.
Zu den häufigsten Amphibien zählen: Erdkröte, Springfrosch, Seefrosch und Gelbbauchunke. Erdkröte und Springfrosch kommen auch an den grossen, fischreichen Gewässern vor, der Seefrosch bildet an der Weiten Lacke eine sehr grosse Population. Die Gelbbauchunken kommen hauptsächlich in Fahrspuren und Kleinstgewässern (Wildschweinsuhlen, Rückewege) vor.
Daneben kommen einige Amphibien selten oder vereinzelt vor: Grasfrosch, Teichfrosch, Knoblauchkröte, Teichmolch und Feuersalamander (wandert gelegentlich vom nahegelegenen Hangwald in den Aubereich).
Vom Kammmolch und Laubfrosch gibt es ältere Nachweise, die ich aber in den letzten Jahren nicht bestätigen konnte. Im September 2013 konnten wir auch den Bergmolch an einem Gewässer nachweisen, wir vermuten aber, dass es sich um ausgesetzte oder durch Hochwasser verfrachtete Tiere handelt.
Auch einige Reptilienarten kommen im Augebiet vor: die Ringelnatter und die Zauneidechse sind fast flächendeckend übers Augebiet verbreitet, gelegentlich findet man auch Blindschleiche, Äskulappnatter und Schlingnatter. Einige ausgesetzte Schmuckschildkröten findet man ebenfalls im Augebiet.
aufgrund der Vielzahl der Gewässer bietet das Augebiet eine gute Lebensgrundlage für die meisten Amphibienarten. Da es sich um ein geschlossenes Gebiet handelt, das von keiner öffentlichen Strasse durchzogen wird. sind auch die Ausfälle während der Migration gering. Mein Augenmerk gilt es trotzdem, die seltenen Arten zu fördern und die Lebensgrundlage für potentiell vorkommende Amphibienarten zu schaffen. Der Europäische Laubfrosch kommt um Nahbereich des Augebiets vor, wurde von mir in den letzten Jahren nicht nachgewiesen. Das gleiche gilt für den Kammmolch. Hier bin ich nach wie vor nicht sicher, ob ich die Tiere einfach nur nicht gefunden habe, oder ob sie wirklich nicht vorkommen. Aufgrund des Hochwassers im Juni 2013 ergaben sich aber gute Möglichkeiten zur Förderung einzelner Amphibienarten.
Das Hochwasser im Juni hat das komplette Augebiet überschwemmt und setzte Teile der Au bis zu 4m unter Wasser. Die Au liegt im Staubereich des Donaukraftwerks Wallsee/mitterkirchen und ist im Normalfall durch den Kraftwerksdamm getrennt. Beim Hochwasser im Juni wurde das Augebiet aber von der rechtsseitig angelegten Überströmstrecke her überschwemmt und es erfolgten massive Sedimentablagerungen. Gleich nach dem Hochwasser begannen dort die Aufräumungsarbeiten. Zuerst wurden die Zufahrtswege freigebaggert. Mit dem Sediment wurden teilweise Wildrettungshügel aufgeschüttet, im Bereich der Überströmstrecke wurden Dämme errichtet, die bei zukünftigen Hochwässern einen Teil des Sediments abpuffern sollen. Einige der Gewässer wurden durch den Sedimenteintrag ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Im Winter 2013 erfolgten auch hier Baggerungen.

Generell hat das Hochwasser 2013 für die Amphibienfauna Vorteile gebracht: durch die vielen Kleingewässer und Pfützen waren ideale Fortpflanzungsbedingungen für die Gelbbauchunke entstanden. Das Hochwasser sorgte zudem für ein grosses Nahrungsangebot: Insektenlarven, Mücken,....waren in hoher Dichte vorhanden. Ein Nachteil für die Amphibienfauna war, dass sich nun in praktisch jedem Gewässer Fische befinden. Der milde Winter 2013 sorgte zudem dafür, dass seichte Gewässer nicht bis zum Boden durchfrieren konnten und damit der Fischbestand erhalten blieb. Es galt daher, fischfreie Flachwasserzonen, bzw. Kleingewässer zu schaffen, die für Amphibien ideale Laichmöglichkeiten bieten. Besonderes Augenmerk legte ich hier auf die bei uns eher selten vorkommenden Arten. Molche und Laubfrösche benötigen seichte, gut besonnte und vor allem fischfreie Gewässer. Ich setzte mich daher mit dem Förster bzw. dem Baggerfahrer in Verbindung und gab dem Baggerfahrer Tipps zur Ausgestaltung der Uferbereiche. An mehreren Gewässern konnten somit seichte Flachwasserzonen geschaffen werden, die ideale Laichplätze darstellen. Zudem wurde an einigen Gewässern der Ufergehölzbestand entfernt bzw. aufgelichtet. Daneben entstanden auch noch zwei neue Kleingewässer.

Ich dokumentiere ab jetzt regelmässig die Entwicklung an diesen Gewässern und werde Euch meine Beobachtungen mitteilen.
Baggerungen an der Weiten Lacke im Dezember 2013

Baggerungen an der Weiten Lacke im Dezember 2013
künstlich geschaffenen Flachwasserzone im Jänner 2014

Nebenarm der Weiten Lacke, Blickrichtung Westen

Flachwasserzone im Bereich der Weiten Lacke




Zwei neu geschaffenen Amphibiengewässer



Tips Enns, 29.06.2021

  https://www.tips.at/zeitung-epaper/?ausgabe=tips-enns&id=36177#/1